Alle Kostüme sind wieder eingepackt!
Gut verpackt warten sie auf die nächste Karnevalszeit. Denn nach der 5. Jahreszeit ist vor der 5. Jahreszeit. Dieses Mal konnten wir sogar das Dortmunder Kinderprinzenpaar begrüßen. Was für ein Fest. Mit dem Aschermittwoch ist aber dann bekanntlich alles vorbei.
Nun stehen wir am Anfang der Fastenzeit oder der österlichen Bußzeit oder der hl. 40 Tage. Jedes dieser Bezeichnungen bringt einen anderen Aspekt zur Sprache: Eine Zeit des bewussten Verzichtens, eine Zeit der Umkehr und des Neuanfangs, eine Zeit, die mich einlädt, Gott mehr Raum zu geben. 40 Tage lang. Eine Zeit, die uns anbietet anders zu leben, anders zu essen, anders zu trinken, anders zu sprechen, anders zu hören.
Warum braucht es das?
Weil es mich neu mit mir selbst in Beziehung bringt. Erst dann, wenn ich mir Liebgewordenes mal weglasse, wenn ich Gewohnheiten mal hinterfrage und mich auf Weniger beschränken kann, spüre ich sehr gut, was ich alles nicht brauche, worauf ich gut verzichten kann. Das „Fasten“ ist ja sehr populär, in allen Religionen kennen wir diese Haltung des bewussten Verzichtens. Dabei ist die Motivation dafür sicherlich sehr unterschiedlich.
Als Christen fasten wir nicht, um damit etwas zu erreichen, um einen Zweck zu erreichen. Christliches Fasten bedeutet frei zu sein für mich, den Nächsten und für Gott. Ich darf an diesen drei Punkten kreativ ansetzen und sie neu für mich erschließen. Im Alltag ist das sicherlich nicht so einfach. Wer kann sich schon einfach mal eine Auszeit nehmen? Aber, wo ein Wille ist, da ist ja bekanntlich ein Weg! Probieren wird es doch einfach mal aus! Seien wir mutig! Jeden Tag eine kleine Aufgabe! Ich freue mich immer wieder auf diese besondere Zeit, die jetzt vor uns liegt oder es mit den Worten Jesus zu sagen: „Macht kein finsteres Gesicht wenn ihr fastet!“ (Mt 6,16)
Pfarrer Robert Geßmann
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